Wissenschaft für die Praxis
Wirksamkeit des Elektroschlafs im Training qualifizierter Gewichtheber
Deutsche Zusammenfassung von Tyazhelaya Atletika. Ezhegodnik 1982 (Moskau: Fizkultura i Sport, 1982), S. 51–53: der Text ist eine Paraphrase, keine Übersetzung; Datentabellen sind vollständig mit deutschen Beschriftungen wiedergegeben.
Hintergrund
- Elektroschlaf: gepulste Ströme am Gehirn erzeugen einen schlafähnlichen Zustand, je nach Ausgangslage beruhigend oder anregend, und stellen die neurovaskuläre, neurohumorale und neuroendokrine Regulation wieder her; harmlos, einfach, in etwa 86% der Fälle wirksam.
- Angewendet bei Ringern (W. A. Geselewitsch, 1969), Leichtathleten (O. W. Daschkewitsch, 1977) und bei Zeitzonenreisen (W. G. Schumski, 1979), im Gewichtheben aber bisher nicht untersucht.
Pilotstudie
- 40 Meister des Sports; Geräte ES-3 und ES-4, 100–150 Hz, 3–8 mA; 350 Sitzungen. Kennwerte: Angst (Spielberger–Khanin), Hautwiderstand, Herzfrequenz.
- Indikationen: Schlafstörungen (vor Wettkämpfen häufig), Übertraining, Hyper- oder Hypotonie, Arrhythmie, neurotische Reaktionen, stark erhöhte Trainingsintensität.
- Zeitpunkt: 14:00–16:00, 19:00–21:00 Uhr oder vor dem Nachtschlaf; bei Wettkämpfen zwischen Reißen und Stoßen.
- 82% schliefen bei der ersten Sitzung binnen 10–15 min ein; alle fühlten sich entspannt und weniger ängstlich. Der emotionale Zustand normalisierte sich schneller als bei passiver Ruhe (P < 0.05).
Tabelle 1. Kennwerte des emotionalen Zustands nach Elektroschlaf und nach passiver Ruhe
| Kennwert | Ausgangswert | Nach Elektroschlaf | P | Nach passiver Ruhe | P |
| Angst, Punkte | 48 ± 18 | 29 ± 10 | < 0.05 | 44 ± 17 | > 0.05 |
| Herzfrequenz, Schläge/min | 81 ± 6 | 70 ± 4 | < 0.05 | 77 ± * | > 0.05 |
| Hautwiderstand, „ma" (Einheit wie gedruckt) | 51 ± 14 | 34 ± 12 | < 0.05 | 44 ± 12 | > 0.05 |
* σ fehlt im Original.
Experiment im Trainingslager
- Zwei angeglichene Gruppen, vier Wochen, identische Belastung: 1400 Hebungen bei 78.3% Intensität. Gruppe 1: 14 Sitzungen à 30–40 min (Nachmittagsschlaf, nach intensiven Einheiten, vor dem Nachtschlaf); Gruppe 2: keine.
- Gruppe 1 arbeitete besser: +12.3% erfolgreiche Hebungen mit Maximalgewichten (P < 0.05).
Tabelle 2. Trainingserfolg in den Versuchsgruppen
| Gruppe | Athleten | Erfolgreiche Hebungen mit Maximalgewichten | Expertenbewertung der Vorbereitung, Punkte | ||
| M ± σ | P | M ± σ | P | ||
| 1 (Elektroschlaf) | 18 | 96.5 ± * | 3.1* | 9.2 ± 0.7 | < 0.05 |
| 2 (Kontrolle) | 18 | 84.2 ± 4.7 | 0.05* | 7.2 ± 1.1 | |
* Im Original beschädigt: σ für Gruppe 1 fehlt, und die P-Spalte liest „3.1 / 0.05"; 3.1 ist vermutlich das verlagerte σ, und P < 0.05, wie im Text angegeben.
Einsatz bei Wettkämpfen
Gruppe 1 hatte eine 30-minütige Sitzung nach der Wiegung und eine 20-minütige zwischen Reißen und Stoßen. Sie übertrafen die Kontrollgruppe um 7.2–16.5% (P < 0.05) und wirkten sichtlich gefasster.
Tabelle 3. Wettkampfleistung in den Versuchsgruppen
| Gruppe | Athleten | Erfolgreiche Versuche, % | Tatsächliches vs. geplantes Ergebnis, % | ||
| M ± σ | P | M ± σ | P | ||
| 1 (Elektroschlaf) | 16 | 74.6 ± 12.3 | < 0.05 | 96.5 ± 3.2 | < 0.05 |
| 2 (Kontrolle) | 16 | 58.1 ± 10.2 | 89.3 ± 2.4 | ||
Schlussfolgerung
Elektroschlaf beschleunigt die Normalisierung des emotionalen Zustands von Hebern nach hartem Training merklich und verbessert sowohl die Vorbereitung als auch die Wettkampfleistung.